Die richtige Reithose beeinflusst Sitz, Schenkelhilfen und Komfort direkt – falsch gewählt führt sie zu Druckstellen, schlechtem Kontakt und eingeschränkter Bewegungsfreiheit im Sattel.
Reithosen unterscheiden sich grundlegend von normalen Hosen: Sie haben keine Seitennähte im Beininneren, die im Sattel scheuern würden, und bieten durch spezielle Besätze Grip und Stabilität auf dem Sattel. Die Wahl zwischen Vollbesatz, Kniebesatz und verschiedenen Materialien hängt von Disziplin, Einsatzzweck und Budget ab. Diese Seite erklärt die wichtigsten Unterschiede und worauf du beim Kauf achten musst.
Was ist der Unterschied zwischen Vollbesatz und Kniebesatz?
Vollbesatz-Reithosen haben Grip-Material an der gesamten Innenseite vom Oberschenkel bis zum Knie und hinunter zum Unterschenkel – sie bieten mehr Halt im Sattel und sind Standard für Dressurreiter. Kniebesatz-Reithosen haben Grip nur am Knie und sind leichter, flexibler und besonders bei Springreitern und im Freizeitbereich beliebt.
Für Dressurlektionen und den täglichen Trainingsalltag ist Vollbesatz die bessere Wahl: Er unterstützt eine stabile Schenkelposition und gibt gerade Einsteigern mehr Sicherheitsgefühl im Sattel. Kniebesatz ist leichter und weniger warm – ideal für Springreiten, wo häufiges Aufstehen aus dem Sattel gefordert ist. Für Turnierreithosen in Österreich (weiß, hell) ist Vollbesatz aus Leder oder Kunstleder am häufigsten, weil er sauberer wirkt und weniger ausfranst als Textilbesatz.
Welche Besatzmaterialien gibt es und was sind die Unterschiede?
Besatzmaterialien bei Reithosen sind: Echtleder (bester Grip, langlebig, teuer), Kunstleder (günstiger, pflegeleichter, guter Grip), Silikon (sehr hoher Grip, ideal für Dressur), Textil/Mikrofaser (leicht, weich, weniger Grip).
Echtleder-Besätze sind bei Profi-Reitern und für intensive Turniernutzung erste Wahl – sie halten jahrelang und bieten konstanten Grip ohne Abrieb. Kunstleder ist für die meisten Freizeitreiter und Turniereinsteigerinnen die beste Kombination aus Preis, Pflege und Leistung. Silikon-Punkte oder Silikon-Besätze geben maximalen Grip, werden aber bei langen Ausritten von manchen Reitern als zu klebrig empfunden. Textilbesatz ist am pflegeleichtesten (waschmaschinengeeignet), verliert aber nach vielen Wäschen an Griffigkeit.
Wie soll eine Reithose sitzen?
Eine korrekt sitzende Reithose hat keinen Zug am Schritt beim Sitzen im Sattel, sitzt eng aber nicht einengend am Oberschenkel, hat ausreichend Länge bis zum Knöchel (oder Stiefelschaft) und rutscht beim Reiten nicht nach unten.
Der häufigste Fehler: Reithosen werden zu lang gekauft, weil man sie im Stand misst – im Sattel zieht der gebeugte Oberschenkel die Hose nach oben. Reithosen sollten im Stehen 2–3 cm über dem Knöchel enden. Hosen mit Silikonband am Beinabschluss oder Umschlagbund halten besser in den Stiefeln. Für Frauen mit ausgeprägten Kurven empfehlen sich Hosen mit Stretch-Panel im Hüft- und Gesäßbereich, die sich an die Körperform anpassen ohne zu spannen.
Welche Reithose ist für Turniere in Österreich vorgeschrieben?
Für österreichische Reiterprüfungen (Hufeisen, Reiterpass, Reiternadel) und Dressuturniere ist eine weiße oder cremeweiße Reithose Pflicht. Beige oder hellbeige Töne sind bei manchen Vereinen akzeptiert – im Zweifel weiß wählen.
Weiße Reithosen mit Vollbesatz aus Kunstleder oder Echtleder sind die häufigste Wahl für Turniereinsteigerinnen in Österreich. Wichtig: keine farbigen Nähte, keine auffälligen Logos auf Oberschenkel oder Gesäß. Weiße Reithosen sind empfindlicher gegen Schmutz – ein Vorwaschen vor dem ersten Tragen und Vorreinigen direkt nach dem Turnier verlängert die Lebensdauer erheblich. Kalt waschen (30 °C), kein Trockner, nicht in der Sonne trocknen, sonst vergilbt das Weiß schnell.
Was kosten gute Reithosen und wann lohnt sich mehr Investition?
Gute Einsteiger-Reithosen beginnen ab ca. 30–50 Euro. Im mittleren Segment (80–150 Euro) findet man langlebigere Materialien, bessere Passform und hochwertigere Besätze. Ab 150 Euro aufwärts kommen Premium-Marken wie Pikeur, Kingsland oder PS of Sweden.
Für Kinder, die schnell wachsen, sind günstige Reithosen im Bereich 25–50 Euro vollkommen ausreichend – eine teure Hose wird nach einer Saison zu klein. Für Erwachsene, die regelmäßig reiten und an Turnieren teilnehmen, lohnt sich die Investition in eine hochwertige Reithose: besserer Sitz, mehr Haltbarkeit und angenehmeres Tragegefühl über viele Jahre. Reithosen, die nach dem ersten Waschen eingehen oder an den Nähten aufgehen, sind keine Ersparnis.
Fazit: Reithose kaufen – Besatz, Passform und Einsatzzweck entscheiden
Vollbesatz oder Kniebesatz, Leder oder Kunstleder, weiß oder farbig – die richtige Reithose hängt von deiner Disziplin, dem Einsatzzweck und deinem Budget ab. Für österreichische Turnierreiterinnen ist weiß mit Vollbesatz der sichere Standard. Probiere Reithosen immer in Reitposition an (Knie leicht gebeugt, nicht im Stand) und achte auf einen Sitz ohne Zug am Schritt. Eine gute Reithose macht im Sattel den Unterschied – auch wenn man ihn erst beim Reiten wirklich spürt.























